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Pferdetransport-LKW: Fit für den Frühling

Von Doris Jessen, geschrieben am 16. März 2025

LKW Aufmacher Frühjahrsputz
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LKW-Aufmacher-Fruehjahrsputz

Fit für die Saison! (c) Böckmann

Vor der Reise- und Turniersaison ist es nun Zeit, Pferdetransporter wieder fit zu machen. Denn in den meisten Fällen standen sie im Freien und waren Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzt. Wir haben Experten um Rat gefragt und viele interessante Tipps für den Frühjahrs-Check und die Pflege für LKW erhalten.

Auch wenn die Pferdetransportfahrzeuge im Herbst für den Winter vorbereitet worden waren, ist im Frühjahr doch meistens eine gründliche Überprüfung aller wichtigen Teile erforderlich. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie draußen standen und gelegentlich auch auf salzigem Schneematsch unterwegs waren.

Wasserschlauch oder Dampfstrahler?

LKW-Waschanlage

Bequemer geht’s nicht: Einfach durch die Waschanlage fahren (Foto: Westfalen AG)

Am Anfang jeder Pflege steht die Reinigung, vor allem, wenn das Fahrzeug im Freien oder – ganz ungünstig – unter Bäumen stand. Mit einem Pferdetransport-LKW ist zumindest die Außenwäsche simpel: Es gibt Waschstraßen, die speziell für große LKW ausgestattet sind. „Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass die Waschbürsten dort etwas kräftiger ausgelegt sind als in den PKW-Waschstraßen und leicht auch einmal Kratzer im empfindlichen Lack verursachen. Wir waschen unsere LKW daher mit Wasserschlauch und Schwamm“, erklärt Andreas Theurer, Juniorchef und Teilhaber der seit 2010 auf Pferde-LKW aller Größen spezialisierten TheurerTrucks GmbH & C.KG.

LKW-Innenreinigung

Da dampft es ordentlich: LKW Reinigung bei Theurer Trucks (c) Theurer Trucks

Steht keine LKW-Waschstraße zur Verfügung, muss man selbst Hand anlegen. Wer keinen eigenen Dampfstrahler besitzt oder ihn am Stall nicht einsetzen kann, fährt am besten in eine Waschbox, die mit bis zu 4,20 m Höhe für Wohnmobile, Anhänger und LKW verfügbar sind.

Aber Vorsicht: Einige Anbieter lehnen Pferdetransportfahrzeuge in ihren Waschboxen ab, weil oft genug auch Pferdemist und Einstreu in den Abflüssen hängen geblieben sind. Daher sollte man vorher um Erlaubnis fragen. Und natürlich ist es eine Selbstverständlichkeit, den Innenraum besenrein zu fegen. Dann steht auch einer gründlichen Innenreinigung nichts im Wege.

Vor dem Einfahren in die Box ist in jedem Fall deren Höhe zu prüfen, ein beschädigtes oder gar abgerissenes Dach ist ein teurer Spaß. Wenn alles passt, kann es losgehen.

„Der Dampfstrahler ist heute für die heutigen Fahrzeuge mit überwiegend modernen Plywood-, Vollpolyester- oder Aluminiumaufbauten kein Problem“, meint Daniel Roock, Inhaber des R+P Anhänger- und Autowaschcenter, das zugleich auch Böckmann Center ist.

Abstand halten!

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Bei der Außenreinigung mit Dampfstrahler sollte immer etwas Abstand gehalten werden. (c) Theurer Trucks

Die Reinigung beginnt laut Roock mit der Hochdruckwäsche, die aus Warmwasser mit Shampoo besteht, und den groben Schmutz entfernt. „Dabei aber bitte immer wenigstens 40 bis 50 cm Abstand halten. Das gilt insbesondere innen für empfindliche Stellen wie die Silikonübergänge vom Boden zum Aufbau oder am Übergang zur Sattelkammer oder außen an der Beleuchtung“, ergänzt Roock.

Anschließend sollte die Schaumwäsche mit der Bürste folgen, um hartnäckigen Flecken zu Leibe zu rücken. Das gilt besonders im Innenraum für Heckstangen, Rampe und Scharniere, die Innenwand und PVC-Schürze an der Trennwand in den Bereichen, wo die Pferdeäppel fallen und sich meistens unschöne grünbraune Spritzer der Reinigung widersetzen.

Zum Schluss wird das Fahrzeug innen und außen mit Klarwasser oder Glanzspüler abgewaschen. Im R+P Anhänger- und Waschcenter zum Beispiel ist auch die Reinigung der hochliegenden Teile und Dächer kein Problem, weil die hohe LKW-Waschboxen ein 1,20 m hohes seitliches Podest hat. Wo es diesen Luxus nicht gibt, muss ein Hocker zum Einsatz kommen.

Nanobeschichtung erleichtert die Reinigung

Weniger Sorgen um eine Intensivreinigung müssen sich Besitzer von Trucks des Herstellers MSG machen: „Unsere Pferdetransporter sind über der Lackierung mit einem nanobeschichteten Folienmaterial ausgestattet, an dem in der Regel kaum Schmutz oder Moosbefall hängenbleibt. Daher reicht ein einfacher Wasserschlauch für die Außenreinigung“, bemerkt Michael Girrbach, Geschäftsführer der MSG Handelsgesellschaft in Enzklösterle im nördlichen Schwarzwald.

Nach dem Glanzspülen trocknet das Fahrzeug außen bereits auf der Fahrt in den heimatlichen Stall. Innen können Wände, Boxengestänge, Fenster und eventuell vorhandene Futterkrippen mit einem weichen Lappen getrocknet werden. Alle Gummi- und Silikondichtungen sollten mit einem Silikonspray behandelt werden, um sie elastisch zu halten.

Ein ernster Tipp von Daniel Roock, der zumindest jetzt zum Ende des Winters noch gilt: Wer viel unterwegs ist und dabei oft auf gesalzenen Straßen fährt, sollte alle verzinkten Eisenteile am Fahrzeug nach jeder „Salzfahrt“ möglichst sofort oder nach nur wenigen Tagen wenigstens mit klarem Wasser abspülen, weil die Verzinkung durch Salz extrem leidet.

Glanz, Farbauffrischung und Schutz

„Wer lange Freude an seinem LKW haben und vor allem auch den Wert erhalten möchte, sollte ihn nach der Wäsche einmal pro Jahr mit Spezialpflegemitteln polieren. Sie pflegen und schützen vor Versprödung sowie Witterungseinflüssen und wirken zudem wasser- und schmutzabweisend. Glanz, Farbauffrischung und eine samtweiche, aber glasharte Oberfläche sorgen dann für eine hohe Wertstabilität und bieten Schutz und Konservierung“, erklärt Daniel Roock. Allerdings, so Roock, sollte man dies von Anfang an regelmäßig tun. „Wenn die Farbe erst einmal stumpf geworden und ausgeblichen ist, können auch Profis sie nur bedingt wieder zum Leben erwecken.“

Zweimal pro Jahr unter die Lupe

LKW-InspektionLKW werden üblicherweise in den vom Hersteller vorgeschriebenen Wartungen technisch auf dem Laufenden gehalten. „Alle größeren als 3,5 Tonner müssen jährlich zur Hauptuntersuchung, so dass hier schon die gesetzlichen Vorschriften für eine gewisse Fahrsicherheit sorgen. Zusätzlich ist für LKW von mehr als 7,5 Tonnen im selben Intervall eine Sicherheitsprüfung vorgeschrieben, in der Fahrgestell und Lenkung, Reifen und Räder sowie die Druckluftbremsen geprüft werden. Sinnvoll ist, die Sicherheitsprüfung sechs Monate nach der Hauptuntersuchung durchführen zu lassen, dann wird der LKW zweimal jährlich geprüft und bei Bedarf repariert“, weiß Andreas Theurer.

Nach langen Standzeiten empfiehlt er im Frühjahr, die Bremsen zu kontrollieren, da es bei Verrostung zum Festfressen und nachfolgend zu Überhitzung kommen kann.

LKW-Trennwadn-oelenAuch sollten alle beweglichen Teile auf festen Sitz bzw. Leichtgängigkeit kontrolliert und vorsorglich geölt werden. „Dazu gehören das Boxengestänge und verschiebbare Trennwände mit ihren Verriegelungen, Rampen- und Türscharniere. Praktisch in der Handhabung ist zum Beispiel das bekannte Kriechöl WD 40“, erklärt Andreas Theurer.

Fest verkuppelt

Die meisten Pferdetransport-LKW besitzen auch eine Anhängerkupplung. Sicherheitskritisch ist hier der feste Sitz des Kugelkopfes im Kupplungsmaul der Anhängerdeichsel. Um die Abnutzung sowohl des Kugelkopfes als auch des Kupplungsmauls am Anhänger anzuzeigen, verfügen die klassischen Zugkugelkupplungen über eine sog. Verschleißanzeige. Kupplungsverschleissanzeige„Da die üblichen Kugelköpfe 50 mm Durchmesser haben, liegt das Normmaß auch bei 50 mm Durchmesser. Beträgt dieser hingegen weniger als 49 mm, muss der Kugelkopf ersetzt werden. Der Kugelkopf darf nie spürbares Spiel aufweisen, sonst könnte sich der Anhänger im schlimmsten Fall ‚losrütteln‘ “, so Dr. Uwe Meyer, Mitglied der Geschftsleitung der wm meyer AG.

Es werde Licht!

Eigentlich vor jeder Fahrt, aber vor allem nach längeren Standzeiten im Winter ist die Beleuchtung zu prüfen. Dazu gehören neben den Scheinwerfern die Rück-, Brems-, Blink- und Nebelschlussleuchten sowie und Umriss- und Begrenzungsleuchten. Eine Hilfsperson mit der man alle Szenarien durchspielt, ist hier natürlich unerlässlich.

Wenn eine Leuchte nicht funktioniert, kann dies natürlich in erster Linie an den Glühlampen oder LEDs liegen. „Die Lichtscheiben am Heck sind leicht zu entfernen. Dann sollte man die Glühlampen auf festen Sitz in der Halterung kontrollieren. Sind die Halterungen der Lampen korrodiert, kann man sie oft noch reinigen, als Notmaßnahme hilft oft auch ein Kontaktspray“, erläutert Oliver Czech, Geschäftsführer beim Anhängerhersteller Humbaur im bayerischen Gersthofen bei Augsburg. Und weiter: Hat sich an einer Glühlampe Weißrost angesetzt, sollte diese nicht nur erneuert, sondern auch die Fassung mit Sprühöl „geflutet“ und ausgewischt werden. Das sorgt wieder für den richtigen Kontakt.“

Knackpunkt Boden

Bei Pferdeanhängern ist ein Knackpunkt im wahrsten Sinne des Wortes der Boden, der bei älteren Modellen oft noch aus Holz besteht. „Dagegen bestehen die Böden der Pferde-LKW überwiegend aus Aluminium, manchmal mit einer darüber liegenden Siebdruckplatte, auf der dann der Gummiboden aufgeklebt ist. Selbst wenn hier Schäden auftreten sollten, besteht kaum Risiko, dass das Pferd durchbricht. Dennoch sollte man den Boden sicherheitshalber überprüfen. Bei Bedarf kann der Boden getauscht werden“, empfiehlt Theurer.

Kritische Stellen sind die Dichtmasse zwischen Bordwand und Boden, wo eventuell schadhafte Stellen auszubessern sind.

Frühjahrsputz im LKW-Wohnabteil

STX-LKW-WohnabteilIn Pferdeanhängern und LKW mit Wohn- und Sanitärabteil steht nun der Frühjahrsputz an. „Um in diesen Räumen Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu verhindern, sollten die Fahrzeuge im Winter regelmäßig ein wenig geheizt werden. Das geschieht am besten über einen permanenten Stromanschluss, dann muss man auch die 500 bis 700 Liter fassenden Tanks nicht unbedingt leeren“, berichtet Andreas Theurer,

„Die großen LKW verfügen meistens über wartungsfreie Gelbatterien, die genügend Strom liefern, um die Fahrzeuge regelmäßig zu heizen. Andernfalls kann dies auch über kleinere Diesel-Generatoren geschehen“, ergänzt Michael Girrbach.
Gibt es keine Heizung, müssen die vor dem Winter geleerten Frischwassertanks neu gefüllt werden. Zudem werden eventuell vorhandene Klimaanlagen und Heizungen sowie alle Küchengeräte und Fernseher überprüft – „sinnvollerweise bevor man das erste Mal losfährt, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben“, ergänzt Andreas Theurer.

Langfristig denken!

LKW_Fit-fuer-den-FruehlingWerden Pferdetransport-LKW gut auf die Saison vorbereitet und – im Übrigen immer – gut gepflegt und regelmäßig auf Schäden überprüft und sofort repariert, können sie ihren Eigentümern lange Freude machen. Bis zu zwanzig Jahre Lebensdauer sind bei qualitativ hochwertigen Fahrzeugen keine Seltenheit.

Viele weitere Informationen zum Thema Pferdetransporter finden Sie in der Rubrik „Transporter/LKW“

Weitere Informationen zur Anhängerreparatur und -Pflege hier.
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